Projekt Amerika

Nach dem Hin und Her mit der Social Security Number haben wir das Projekt Führerschein in Angriff genommen. Als Ausländer darfst du nur eine bestimmte Zeit ohne den NC Führerschein fahren. Die Meinungen gingen hier auseinander, aber es ist wohl etwas zwischen 60 und 90 Tagen. In North Coralina muss jeder, der neu im Staat ist, die komplette Prüfung machen. Allerdings ist das doch etwas anders als in Deutschland. Du gehst hin, machst einen Sehtest, bei dem gleich noch die Straßenschilder abgefragt werden, danach den theoretischen Teil, der mit etwas Übung kein Problem ist und dann eine Runde um den Block fahren, fertig. Noch die $ 15 zahlen und schon bekommst Du einen vorübergehenden Papierführerschein. (Der Richtige wird innerhalb von 21 Tagen zugestellt.) Wenn man keinen Termin hat, kann das bis zu fünf Stunden dauern, aber auch mit Termin habe ich fast drei dort verbracht. Egal! Hauptsache geschafft. Da der Führerschein auch gleich als ID gilt, sind wir nun endlich vollwertige Mitglieder der Gesellschaft. Lustiger Weise mussten wir ihn noch kein einziges Mal herzeigen, vorher wollten sie immer eine ID sehen, wenn wir z. B. eine Flasche Wein kaufen wollten.

Danach stand der Autokauf an, denn ohne Auto geht gar nichts. Zwar gibt es auch hier Busse, aber auf die zu warten lohnt sich für uns nicht, denn das öffentliche Verkehrssystem ist nicht so ausgebaut, dass wir gut von A nach B kommen können. In Großstädten wie New York ist das sicherlich anders. Es ist nun mal allseits bekannt, dass das Auto des Amerikaners ein und alles ist. Wobei ich hier anmerken muss, dass es Charlotte nicht so „schlimm“ ist, wie anderorts. Charlotte ist eine sehr Fahrradfahrer und Fußgänger freundliche Stadt. Leider fehlen zwischendurch verbindende Fußgängerwege, doch wenn ich möchte, kann ich zu Fuß zum Bioladen Earth Fare laufen und mittlerweile gibt es auch eine Brücke über den Highway 485 mit Fußweg. Da ich hier eine sehr große Strecke zurücklegen muss, bin ich doch froh einen fahrbaren Untersatz zu haben. Der Verkehr ist sehr ausgeglichen, auf den Straßen herrscht für gewöhnlich keine Eile. Die Amerikaner bewegen sich sehr höflich und rücksichtsvoll im Straßenverkehr. Der Autokauf war auch noch eine Herausforderung, denn wir haben ja noch nicht wirklich eine „credit history“, wir waren also noch nicht wirklich „kreditwürdig“. Wobei ein Autokauf hilft eine bessere „credit history“ zu bekommen… Aber mit Lohnnachweisen und einer Anzahlung war es dann möglich.

Somit sind wir auch schon beim nächsten Punkt angekommen, an dem wir nun noch weiter arbeiten: „credit history“. Hierfür muss man Geduld haben. Wichtig ist monatliche Raten immer pünktlich zu zahlen, z. B. die Miete, Autorate und Kreditkarte, sofern man schon eine ohne credit history bekommt. Zumeist am Anfang mit einem geringen Kreditrahmen, der dann nach ein paar Monaten immer weiter erhöht wird. Hier ist es empfehlenswert, die Karte nicht mit mehr als 20 % zu belasten und diese gleich wieder zu decken. Damit wird man bei einem zentralen Kreditbüro erfasst. Dort kann der persönliche Credit Score abgefragt werden. Nach einem Jahr kann dann auch bei der Bank ein Kredit für den Hauskauf beantragt werden. Normaler Weise brauchen die zwei Jahre credit history, aber es ist wohl möglich auf ein Jahr in Deutschland zurück zugreifen. Wie genau das geht, wissen wir noch nicht, wir werden es aber rausfinden…

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